








Aufgabe war es, in der zoologischen Dauerausstellung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt eine Fläche für Kinder im Grundschulalter und ihre Familien einzurichten, die sich mit wechselnden Themen bespielen lässt. Die erste Bespielung gilt den Walen.
Sie liegt auf vierzig Quadratmetern hinter einer raumhohen Primatenvitrine im Sammlungsbereich der Zoologie im Übergang zum Dioramengang. Ein umlaufender Fadenvorhang teilt den Raum in zwei Bereiche. Im ersten erscheint der Wal in seiner Geschichte als Nutztier, im zweiten als eigenständiges Wesen der Tiefsee. Über beide spannt die Ausstellung einen Bogen: vom Rohstoff zum Mitgeschöpf.
Im ersten Bereich zieht ein Grönlandwal in Originalgröße als Projektion über die Rückseite der Primatenvitrine vorbei. Darunter werden die Bestandteile ausgestellt, derentwegen die Wale von der industriellen Revolution bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts gejagt wurden: Barten, Walratöl, Blubber. Auf Knopfdruck löst eine Animation den Wal ab: Aus jedem der drei Rohstoffe entfalten sich Bilder seiner Nutzung von den Inuit bis zu den Produkten der Moderne. Zwei Tastflächen, eine warm wie Luft, eine kalt wie Wasser, machen am eigenen Handteller verständlich, warum Wale eine dicke Speckschicht brauchen. An zwei drehbaren Scheiben tritt man im Wal-Quartett gegeneinander an: Tauchtiefe gegen Schwimmgeschwindigkeit, Bartenwal gegen Zahnwal.
Wer den Fadenvorhang durchschreitet, taucht in die Lebenswelt der Wale ab. Dunkle Blautöne, Meeresgeräusche. Eine Bodenprojektion zeigt einen Pottwal auf der Jagd nach einem Riesenkalmar. Über den Köpfen hängt das lebensgroße Modell eines Schweinswals, darüber treibt das Fragment eines Geisternetzes. Halbhohe Seitenwände nehmen Vitrinen auf; hinter den darüberliegenden Fadenvorhängen verbergen sich großformatige Illustrationen und vertiefende Texte. Hier erscheint der Wal als soziales, akustisch hochentwickeltes Tier in einem Ökosystem, das von menschlichem Lärm überlagert wird. An zwei Tafeln stehen Walgesänge und menschliche Störgeräusche nebeneinander.
Den Schluss bildet ein Fragespiel mit Entscheidungsbaum zum Walfang. Mit jeder Antwort verbreitern oder verengen sich die Pfade; am Ende steht man in Bezug zu allen, die vor einem entschieden haben. Wer ihn durchläuft, merkt: auch eine klare Haltung räumt nicht alle Zweifel aus.







Aufgabe war es, in der zoologischen Dauerausstellung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt eine Fläche für Kinder im Grundschulalter und ihre Familien einzurichten, die sich mit wechselnden Themen bespielen lässt. Die erste Bespielung gilt den Walen.
Sie liegt auf vierzig Quadratmetern hinter einer raumhohen Primatenvitrine im Sammlungsbereich der Zoologie im Übergang zum Dioramengang. Ein umlaufender Fadenvorhang teilt den Raum in zwei Bereiche. Im ersten erscheint der Wal in seiner Geschichte als Nutztier, im zweiten als eigenständiges Wesen der Tiefsee. Über beide spannt die Ausstellung einen Bogen: vom Rohstoff zum Mitgeschöpf.
Im ersten Bereich zieht ein Grönlandwal in Originalgröße als Projektion über die Rückseite der Primatenvitrine vorbei. Darunter werden die Bestandteile ausgestellt, derentwegen die Wale von der industriellen Revolution bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts gejagt wurden: Barten, Walratöl, Blubber. Auf Knopfdruck löst eine Animation den Wal ab: Aus jedem der drei Rohstoffe entfalten sich Bilder seiner Nutzung von den Inuit bis zu den Produkten der Moderne. Zwei Tastflächen, eine warm wie Luft, eine kalt wie Wasser, machen am eigenen Handteller verständlich, warum Wale eine dicke Speckschicht brauchen. An zwei drehbaren Scheiben tritt man im Wal-Quartett gegeneinander an: Tauchtiefe gegen Schwimmgeschwindigkeit, Bartenwal gegen Zahnwal.
Wer den Fadenvorhang durchschreitet, taucht in die Lebenswelt der Wale ab. Dunkle Blautöne, Meeresgeräusche. Eine Bodenprojektion zeigt einen Pottwal auf der Jagd nach einem Riesenkalmar. Über den Köpfen hängt das lebensgroße Modell eines Schweinswals, darüber treibt das Fragment eines Geisternetzes. Halbhohe Seitenwände nehmen Vitrinen auf; hinter den darüberliegenden Fadenvorhängen verbergen sich großformatige Illustrationen und vertiefende Texte. Hier erscheint der Wal als soziales, akustisch hochentwickeltes Tier in einem Ökosystem, das von menschlichem Lärm überlagert wird. An zwei Tafeln stehen Walgesänge und menschliche Störgeräusche nebeneinander.
Den Schluss bildet ein Fragespiel mit Entscheidungsbaum zum Walfang. Mit jeder Antwort verbreitern oder verengen sich die Pfade; am Ende steht man in Bezug zu allen, die vor einem entschieden haben. Wer ihn durchläuft, merkt: auch eine klare Haltung räumt nicht alle Zweifel aus.